Autorenabend mit Christine und Klaus Wilkerling

08.09.2009 Autorenabend Christine und Klaus Wilkerling

Klaus Wilkerling berichtete uns erst einmal wie er zum Filmen kam. Er durchlief – wie bei vielen in unserem Club – die klassische Amateurlaufbahn, die da beginnt mit Fotos, Dias und Diaschauen, dann das (mäßige) VHS Video, um letztendlich bei dem digitalen Video (DV) ernsthaft einzusteigen.

Entstanden die Diaschauen noch vielfach bei Ereignissen im Familienkreis, änderte sich das mit dem DV-Camcorder, der immer mehr bei Urlaubsreisen eingesetzt wurde. Hier kam dann Christine Wilkerling dazu: er filmte mit der großen- und sie mit der kleinen Kamera ihre Reisen.

Die Wilkerlings durchliefen eine sehr gute Filmer-Schule.

Der erste Film bei einem BDFA Wettbewerb, der die Reise von 2004 auf dem Inle See in Myanmar zum Inhalt hatte, wurde noch mit einem hinteren Platz bewertet. Mir gefiel der Film eigentlich recht gut, zeigte er mir doch das exotische Leben auf dem See, und ich konnte einen guten Eindruck vom Leben und der Landschaft bekommen. Aber offensichtlich genügt das für einen Film beim Wettbewerb nicht mehr, und Klaus Wilkerling, der für den Schnitt und die Vertonung zuständig ist, änderte seine Taktik.

Nunmehr stand im Vordergrund dem Zuschauer eine Geschichte zu präsentieren.

Das kam bei dem zweiten Film des Abends „Orleander im Wind und der Duft der Kiefern", mit Eindrücken von der Insel Rhodos, klar zum Ausdruck. Um Maria, die alte Frau, die ihre Heimat liebt, haben die Wilkerlings diese Geschichte voller Sympathie aufgebaut und uns gleichzeitig die Schönheit der Insel näher gebracht.

Der 3. Film, über eine Reise nach Kambodscha, dokumentierte sehr realistisch die Greuel der Roten Khmer während des Pol Pot Regims. Aufmerksam geworden in der Gedenkstätte für die vielen Millionen Opfer, trafen Wilkerlings bei ihrer Rundreise überall im Land auf die verheerenden Blutspuren. Ein Film, der sehr unter die Haut ging.

Der 4. Film zeigte „Feuerzauber und Lichterglanz" ein großes Spektakel, das alljährlich bei Vollmond im November in Myanmar stattfindet. Die Autoren erfanden eine Geschichte um den Bau der fantasievoll aus Papier gefertigten Ballons. Da sah man Kühe, Elefanten und Riesenvögel durch die Luft schweben. Das Spektakel endete bei Dunkelheit mit zahlreichen feuerspeienden Objekten.

Mit dem 5. Film des Abends wollten Christine und Klaus Wilkerling dann noch demonstrieren, dass sie nicht nur im Urlaub gute Filme aufzeichnen. Denn auch das historische Büdingen war ein lohnendes Objekt. Rund um die Stadtmauer, das Schloss und die Gebäude der Altstadt, erstellten sie einen eindrucksvollen Film.

Es wurde an diesem Abend ausgiebig diskutiert. Es zeigte sich auch, dass Herr und Frau Wilkerling eine Bereicherung für unseren Club sind und sicher unsere Filmer zu neuen Taten animieren könnten.

Dieter Hemp